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Antoniusbuche

 

Die Antoniusbuche bei Esch an der Sauer (1058AB-509)

A. Am Abhange zwischen Esch und Eschdorf steht in einem an einer alten Buche befestigten Kästchen die Statue des hl. Antonius mit dem Jesuskindlein. Zu dieser Statue pilgeten in früheren Zeiten die Leute, welche irgend einen Gegenstand  verloren hatten, in dem Glauben, der Heilige werde ihnen helfen das Verlorene wiederzufinden. Um sich den Heiligen geneigt zu machen, warfen sie ein kleines Geldopfer in das Kästchen. Heute noch steht dies Bild in Ehren, und kerngläubige Christen nehmen noch zuweilen ihre Zuflucht zu demselben. Lehrer Schlösser zu Esch a.d. Sauer
B. Dicht an der Straße, welche von Esch nach Eschdorf führt, befindet sich an einer alten ehrwürdigen Buche in einer kleinen Nische das Bild des hl. Antonius. Zwei kleine Kinder von Esch (so lautet die Sage), welche in den Busch gegangen waren, um Holz zu sammlen, fanden dort das ungefähr 60 Centimeter hohe, hölzerne Bildchen an einer Buche hangen. Sie zeigten dies alsbald dem Pfarrer an , welcher es in die eine Viertelstunde abwärts auf einem kleinen Plateau am Fuße eines hohen Berges stehende Kapelle tragen ließ, wo es auf dem Altare aufgestellt wurde. Allein schon in der folgenden Nacht kehrte es an seinen Platz im Busche zurück. Der Versuch wurde noch drei- bis viermal wiederholt, jedesmal kehrte das Bild an seine alte Stelle zurück. Da wurde dasselbe an eine dicht an der Straße stehende dicke Buche befestigt, wo es eine bleibende Stelle finden sollte, und jedes Jahr wurde vor dem Bilde der Segen an das zahlreiche, von allen Seiten herzuströmende Volk erteilt. Jedoch die Buche, woran das Bild hing, war ganz hohl, so daß zu befürchten stand, daß sie über kurz oder langn umstürzen würde. Ein paar Schritte abwärts stand ebenfalls eine dicke Buche; der Pfarrer schlug vor, das Bild an diese zu befestigen und die andere umzuhauen. Aber niemand erkühnte sich, dies zu tun. Da entschloß sich der Pfarrer zuerst mit der Axt in die Buche zu hauen, worauf die Dorfjugend dieselbe vollends fällte. Eine kleine Nische wurde nun an die neu eingesegnete Buche befestigt und das Bild darin aufgestellt.. Die Wallfahrer warfen alsdann ihre Opferspenden in die etwa drei Meter hoch stehende Nische. Obschon die Prozession, die alljährlich zu dem Bilde pilgerte, jetzt schon lange eingestellt ist, strömen dennoch jährlich viele Pilger zu diesem orte, verrichten ihr Gebet und werfen ihre Opferspenden in den eisernen Opferkasten, welcher an die Stelle der Nische getreten ist.

Luxemburger Land 1883, Nr.14

 

Sagenschatz des Luxemburger Landes”. Gesammelt von Dr. Nikolaus Gredt,

1. Auflage Luxemburg, Bück, 1883. 645S. – XVII Seiten. / Auflage 1963, Band 1, Druckerei Kremer-Muller + Cie, Esch-Alzette, 589 Seiten           

 

La vie ecclésiastique à Esch-sur-Sûre

 

 

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